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Was ist Repowering? Als Repowering bezeichnet man den Rückbau von technisch überholten, leistungs- und ertragsschwächeren Altanlagen, die durch moderne, größere Neuanlagen ersetzt werden. Die neuen Anlagen verfügen über eine vielfach höhere Nennleistung und einen höheren Wirkungsgrad als die alten Anlagen und erbringen entsprechend höhere Erträge. Der Austausch der Anlagen erfolgt meist in einem Verhältnis von 1:1 bis 1:3, sprich, für eine neue Anlage werden bis zu drei alte Anlagen zurückgebaut. Warum ist Repowering sinnvoll? Volkswirtschaftliche Aspekte Die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern sowie deren Importe aus dem Nicht-EU Ausland ist wichtiger denn je. Der Ausbau erneuerbarer Energien, darunter insbesondere der Wind- energie, sorgt für eine autarke Energieversorgung und nachhaltige Versorgungssicherheit. Darüber hinaus sinken die Strom- gestehungskosten und Arbeitsplätze werden ins Inland verlagert. Typische Arbeitsbereiche umfassen zum Beispiel Herstellung, Wartung, Planung und Betriebsführung von Windenergieanlagen. Die Reduzierung des Verbrauchs von Kohle Öl und Gas und die damit einhergehende Senkung des CO 2 -Ausstoßes ist zudem einer der entscheidenden Faktoren im Kampf gegen den Klimawandel. Somit stellt die Windenergie für die Energiegewinnung eine entscheidende Alternative zu fossilen Energieträgern dar. Abbau einer Anlage
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Vorteile für Grundstückseigentümer Die Vergütungsmodelle der Nutzungsverträge haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Sie sind heute flexibler und lassen sich auf die Gegebenheiten vor Ort individueller zuschneiden. Moderne Nutzungsverträge sind sehr transparent und schaffen einen fairen Interessenausgleich. Vorteile für Anwohner Neue Windenergieanlagen haben aufgrund zunehmender Rotordurchmesser eine geringere Drehzahl und sind durch optimierte Aerodynamik und Geometrie der Rotorblätter leiser. Des Weiteren wird das Landschaftsbild entlastet, da oftmals viele kleine durch wenige große Anlagen ersetzt werden. Nicht zuletzt deswegen genießen Repowering-Projekte im Allgemeinen eine hö - here Akzeptanz in der Bevölkerung. Vorteile für Gemeinden Für das Repowering werden in der Regel keine neuen Flächen ausgewiesen, sondern es findet in Gebieten statt, in denen Windenergie bereits etabliert ist. Dadurch wird die vorhandene Fläche möglichst effizient genutzt. Durch den höheren Ertrag der modernen Anlagen profitieren nicht nur Investoren, sondern auch die angrenzenden Gemeinden, insbesondere durch die „Finanzielle Beteiligung der Kommunen am Ausbau“, welche im § 6 des EEG geregelt ist. Diese Regelung ist erstmals im EEG 2021 verankert und bietet die Möglichkeit Gemeinden, in einem Umkreis von 2,5 Kilo - metern um die jeweilige Windenergieanlage, am Ertrag finanziell teilhaben zu lassen. Vorteile für Investoren Da der Platz für neue Windenergieanlagen begrenzt ist, lohnt es sich, Flächen, die für die Windenergie geeignet sind, möglichst effizient durch moderne Anlagen zu nutzen. Höhere Erträge durch höhere Nennleistung bieten dabei auch höhere Margen für Investoren, sodass das Repowering oftmals bereits vor dem Auslaufen der EEG-Vergütung wirtschaftlich sinnvoll sein kann. Zudem kann das Investment durch einen nahezu lückenlosen Weiterbetrieb im Übergang alter Anlagen zu neuen Anlagen verlängert werden, da bereits etwa fünf Jahre vor dem Rückbau einer alten Anlage mit der Planung des Repowerings begonnen wird. Aufbau einer Anlage